Seit drei Jahren ist die Welt eine Art Gefangener der Finanzkrise. Solange jedenfalls ist es offensichtlich, denn im Verborgenen braute sich die Krise bereits seit Jahrzehnten zusammen. Viele
Male wurde uns seither beteuert, dass nun alles im Griff, die Probleme gelöst, das Thema erledigt ist, nur um kurz darauf trotzdem wieder mit neuen, unvorhergesehenen Katastrophen-Szenarien
konfrontiert zu werden, was die Finanzexperten der Wirtschaft, dem Banken-Sektor und Regierungen mit ihren Voraussagen und Beteuerungen reihenweise wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen ziemlich
konfus und alt aussehen lässt.
Vor diesem Hintergrund machen alle seriösen und logischen Versuche, unser Geldsystem als alternativlos zu verteidigen einfach keinen Sinn, zumal bei genauer Betrachtung selbst die Finanz- und
Wirtschaftslehre reihenweise Gründe liefern müsste, warum alles zunehmend und zwangsläufig aus dem Ruder laufen muss. Ich betrachte das Ganze jedoch lieber aus biblischer Perspektive. Einer von
vielen biblischen Gründen für die Finanzkrise ist dies:
- Kein einziger Vers in den Schriften ermutigt, geschweige denn erlaubt uns über unsere Verhältnisse zu leben. Wir sollen gute, treue Haushalter mit dem uns anvertrauten Gut sein. Unser
weltweit gelehrtes und angewandtes zinsgetriebenes Geldsystem basiert jedoch darauf, dass wir über unsere Verhältnisse leben, uns Dinge leisten, die wir uns eigentlich nicht leisten können, weil
wir die Mittel jetzt nicht haben. So verbrauchen wir die Mittel der Zukunft, machen Schulden und finden das auch OK und logisch.
- Einfach ausgedrückt: würden wir im Rahmen unserer Verhältnisse leben dann gäbe es keine Schulden und der ganze zerstörerischen Auswuchs der auf Schulden basierenden Finanzkrise bliebe uns
erspart. Es ist tatsächlich so einfach und gilt für private Haushalte, Unternehmen und Regierungen gleichermassen. Die viel verbreitete Behauptung, dass Fortschritt und Entwicklung unserer
Gesellschaft ohne Schulden leiden würde, muss auf biblischer Grundlage als Lüge entlarvt werden, ist beides doch einzig und allein von Gott und unserem Gehorsam Ihm gegenüber abhängig (siehe z.B.
Kolosser 1:16-19).
Obwohl die Gier Einzelner die heutigen Finanzprobleme mit verursacht, liegt die Wurzel des Problems in der Systematik unseres Geldsystems, das durch und durch fehlerhaft und korrupt ist, weil der
Mensch Gott und Seine Finanz- und Wirtschaftsprinzipien missachtet. Als Resultat sehen wir eine Reihe von bizarren, kranken Auswüchsen, die in der Welt gemeinhin als clever und logisch gelten,
biblisch betrachtet jedoch einen ungerechten gigantischen Umverteilungsmechanismus des Wohlstands vom bezahlten Arbeiter zum nicht-arbeitenden Kapitalbesitzer darstellen. Hier mal drei solcher
Auswüchse:
- Seit 1971 ist das moderne Papiergeld durch keinerlei physische Werte mehr gedeckt. Stattdessen drucken und emittieren Zentralbanken ihre Geldscheinen nahezu nach Belieben, heute zumeist als
Ausgleich für Regierungsanleihen (Schuldpapiere). So wurden wir in den letzten drei Jahren Zeuge einer massiven Geldausweitung um ein Vielfaches (Dollar 3x, Euro 2x), die allein auf Schulden,
falschen Hoffnungen und menschlichen Vorhersagen basiert, deren Eintreffen kein Mensch garantieren kann. Kurzum, unser Bargeld ist allein durch das Vertrauen in die Kreditwürdigkeit der
zügellosen Schuldenmacher gedeckt. Eine wahrhaft unsichere Grundlage, möchte ich meinen!
- Zinsen bedeutet, Geld “gebiert” Geld. Da Banken heute fast ausschließlich mit Zinseszins arbeiten, wachsen die künstlich generierten Geldvermögen exponentiell und verdoppeln sich in
regelmäßigen Abständen mit mathematischer Präzision, ohne jemals durch physische Werte gedeckt zu sein!
- Das heute gebräuchliche “Fractional Banking” kann durchaus als die zerstörerischste Form des Banking gesehen werden, die es je gab. Während die Banken nur einen einstelligen Prozentsatz
(2-6%) ihrer Einlagen als Reserve halten müssen, dürfen sie gleichzeitig bis zum Zehnfachen der Einlagen verleihen! So werden faktisch neun von zehn Krediten aus Geldmitteln gewährt, die gar
nicht existieren. Der Kreditzins, den die Banken für diese Kredite zu 100% als Einnahme verbuchen, bedeutet eine weitere künstliche Geldvermehrung aus dem Nichts!
Selbst Laien erkennen zunehmend, welchem Monstergeldsystem die Menschheit versklavt ist. Der biblische Ausdruck dafür wäre “babylonisches System” oder “Mammon”. Die Rechnung für diesen
Geldwahnsinn wird stets von oben nach unten durchgereicht bis es letztlich in unterschiedlichster Form (Preiserhöhungen, Steuern, Abgaben, …) den normalen, hart-arbeitenden,
Einkommen-beziehenden, Steuer-zahlenden, wirtschaftlich ohnehin leidenden Menschen als eine zusätzlich schwere Last aufgehalst wird. Kann es sein, dass wir Menschen in all unserer Cleverness
etwas gravierend falsch machen?
Was die Menschen für Tiefsinn [Weisheit] halten, ist in den Augen Gottes Unsinn. In den Heiligen Schriften heißt es: »Gott fängt die Klugen im Netz ihrer eigenen Schlauheit.« (1. Korinther
3:19, Gute Nachricht Bibel)
Indem sie sich für Weise ausgaben, sind sie zu Narren geworden. (Römer 1:22, Elberfelder)
Gottfried Hetzer
08. Dezember 2010